Mit diesem Käse können Sie Politik machen! So geschehen 1815 auf dem Wiener Kongress der die Zukunft Europas nach Napoleons Sturz regeln sollte. Der französische Staatsmann Talleyrand hatte, um die Verhandlungen etwas aufzulockern, alle vertretenen Nationen gebeten einen Käse aus ihrem Land zu präsentieren. Und der Brie de Meaux wurde dabei Sieger, eben der "König aller Käse".

Brie de Meaux AOC kommt aus Frankreich, genauer der Ile de France. Er wird aus Kuhmilch hergestellt und hat einen Fettgehalt von rund 45% i.Tr.
Die Käselaibe haben einen Durchmesser von 45 - 50 cm und wiegen rund 3 Kg. Frischer Brie ist recht fest, das Innere, der Teig, weißlich bis strohfarben. Mit zunehmender Reifung wird der Teig weicher ohne ganz flüssig zu werden, seine Farbe wird dunkler, mindestens elfenbein, häufig gelb.
Der Geschmack ist zunächst mild und wird immer würziger, wobei der AOC Brie de Meaux ein wunderbar nussiges Aroma entwickelt. Daher wird er traditionell gerne mit einem guten Rotwein aus der Bourgogne oder dem Bordeaux genossen.
Hier finden Sie ein Rezept, mit dem Sie den Brie de Meaux an die "ganz große Glocke" hängen können. Aber vorsicht, es besteht "Suchtgefahr" :-).
Kalkulieren Sie ruhig etwas mehr ein für jeden.
Zum Rezept geht es hier: Pfeffer-Florentiner zum Brie de Meaux AOC
Die Besonderheit bei der Herstellung eines klasischen Brie de Meaux AOC ist, dass die Gallerte weder geschnitten noch gepresst wird. Aber der Reihe nach:
Die frisch angelieferten Rohmilch wird sofort mit natürlichem Kälberlab zur Gerinnung gebracht. Nach etwa 2 Stunden hat sich eine feste Gallerte gebildet. Diese wird gefühlvoll mit Hilfe einer speziellen Brie-Schöpfkelle in die Formen verteilt wird.
Gefühlvoll heißt hier ohne zu bröckeln, denn nur wenn der Bruch als ganzes in die Formen gebracht wird, kann die Molke einwandfrei abtropfen. Das ist eine wichtige Voraussetzung für die richtige Reifung und den unvergleichlichen Geschmack des Brie de Meaux.
24 Stunden haben die Käse Zeit zum Abtropfen. Dabei ruhen sie auf Schilfunterlagen, die diesen Prozess begünstigen. Jetzt muß der Käser wieder Hand anlegen. Er nimmt die Käse aus der Form, reibt sie auf einer Seite mit trockenem Salz ein und bringt sie in die Trockenkammer. Weitere 24 Stunden später muß die andere Seite gesalzen werden um in der Trockenkammer einen weiteren Tag zu ruhen.
Nach nun drei Tagen geht es in den Reifekeller, der konstant auf einer Temperatur von 12° Grad und maximaler Luftfeuchtigkeit gehalten wird. Hier bildet sich in etwa 10 Tagen ein zarter, weißer Flaum aus Penicillium Camemberti.
Aber auch im Käse vollzieht sich die Reifung: Der Teig wird zarter und weicher, elfenbeinfarbig bis dunkelgelb. Und wenn die Rinde kleine rote Flecke zeigt, ist dies das beste Zeichen für einen guten Reifeprozess. Während dieser Zeit hat der Käser viel zu tun. Er muß die Käse regelmäßig drehen und kontrollieren. Das geht beim Brie de Meaux mindestens 4 in der Regel 6 Wochen bis er den Reifekeller verlassen darf.
Für die letzten 800 Jahre gibt es historische Belege für den Brie de Meaux.
Seinen größten Triumph feierte der Brie de Meaux auf dem Wiener Krongreß 1814/15. Der französische Staatsmann Talleyrand hatte hier als kulinarische und zerstreuende Beiprogramm einen Wettbewerb unter den versammelten Nationen ausgerufen. Die Käse aller Länder wurden verkostet und die anwesenden Diplomaten wählten den Brie de Meaux zum "König aller Käse".
Wegen einer von England gegenüber Frankreich verhängten Blockade wurde die Region Brie gezwungen, ihre saftigen Weiden weitgehend auf Zuckerrübenanbau umzustellen. Es blieb nur ein kleiner Viehbestand, nochmals reduziert durch die Kriegswirren 1870/71. Der Brie war somit eine rare Delikatesse.
Die Brie-Region erholte sich davon nur langsam. Erst mit dem Bau der Eisenbahn wurde der Handel mit den Produkten aus der Region wieder angekurbelt und der Brie de Meaux fand wieder seinen verdienten Platz auf den Tischen der Feinschmecker.
Heute ist das anders. Brie ist der mit Abstand am häufigsten kopierte Käse der Welt. Davon ist die Mehrzahl rein industriell gefertigte aus pasteurisierter Milch. Aber es gibt nur einen Brie de Meaux Aoc. Sein Gütesiegel garantiert dem Verbraucher die Originalherkunft und die strikte Einhaltung der traditionellen Herstellungsverfahren.